Öffentliche Verkehrsmittel
in Paris
Öffentliche Verkehrsmittel
in Paris
Unterwegs mit
Öffentlichen Verkehrsmitteln
Paris – Stadt der Mode, Stadt der Lichter und Stadt der klassizistischen Architektur von Haussmann. Da gibt es auf den Straßen natürlich jede Menge zu sehen!
In gut zwei Stunden könntest du die Stadt von Porte de Clignancourt im Norden bis Porte de Choisy im Süden zu Fuß durchqueren. Allerdings nur, wenn du zwischendurch keine Sehenswürdigkeit bewunderst, in kein Museum gehst, keine Pause in einem der vielen netten Cafés machst…
Du siehst, Paris kann man gut zu Fuß erkunden. Doch manchmal muss es doch schnell gehen oder eben… bequem… Dann möchtest du vielleicht doch ab und zu auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen. In diesem Artikel findest du alle Infos dazu!
Das Wichtigste
Kurz und Knapp
- Hauptverkehrsmittel ist die Metro. 5.30 Uhr morgens bis ca. 1 Uhr nachts, an Freitagen und Samstagen bis ca. 2 Uhr nachts und hat 16 Linien
- tolles Fotomotiv sind die Metro-Eingänge, an denen noch das alte Jugendstil Metropolitain-Schild hängt.
- RER ist die Abkürzung für „Réseau express régional“ und bezeichnet die Regionalbahnen im Großraum Paris
- Im Großraum Paris verkehren 353 Buslinien. Zwischen 0.30 und 5.30 Uhr übernehmen die 47 Nachtbuslinien die Straßen
- Einzeltickets (T+Ticket) gelten für alle oben genannten Verkehrsmittel. Du bekommt sie für 1,90 € an den Automaten
Inhalts-
Verzeichnis
gut zu wissen
Tickets & Infos
Hauptverkehrsmittel ist die Metro. Damit kommst du am schnellsten kreuz und quer durch die Stadt. Sie fährt von ca. 5.30 Uhr morgens bis ca. 1 Uhr nachts, an Freitagen und Samstagen bis ca. 2 Uhr nachts. Es gibt 16 Metrolinien, wobei die Nummerierung nur bis 14 geht, da die 3 und die 7 zweiteilig sind (mit 3 und 3bis bzw. 7 und 7bis gekennzeichnet).
Die Orientierung ist recht einfach, da überall auf den Bahnsteigen und in den Stationen die Liniennummern und Pfeile anzeigen, wo du hinmusst. An den Abgängen findest du dann wiederum Schilder mit allen Stationen in die jeweilige Richtung. Zwei Linien, die 1 und die 14, fahren bereits vollautomatisiert ohne Fahrer, weitere Linien werden derzeit umgebaut. Eine durchsichtige Barriere mit automatisch öffnenden Schiebetüren trennt den Bahnsteig vom Gleis.
Ein schöner optischer Gegensatz dazu und ein tolles Fotomotiv sind die Metro-Eingänge, an denen noch das dem Jugendstil entsprungene Metropolitain-Schild hängt.
RER ist die Abkürzung für „Réseau express régional“ und bezeichnet die Regionalbahnen im Großraum Paris. Sie umfasst fünf Linien, die ebenfalls von ca. 5.30 Uhr morgens bis ca. 1 Uhr nachts quer durch die Stadt sowie in die Pariser Vororte fahren. Innerhalb von Paris sind die Linien A-C interessant.
Im Großraum Paris verkehren 353 Buslinien. Damit kommst du tagsüber eher gemächlich voran (vor allem in der Rush Hour), kannst dafür aber die Stadt anschauen ohne zu laufen. Zwischen 0.30 und 5.30 Uhr übernehmen die 47 Nachtbuslinien, erkennbar am „N“ (für „Noctilien“) vor der Nummer. Die Nachtbusse fahren auch in die Vororte und ersetzen somit nachts sowohl Metro als auch RER. Einstieg ist grundsätzlich vorne, Ausstieg hinten. Mit einem Druck auf die roten Knöpfe signalisierst du, dass du an der nächsten Haltestelle aussteigen willst.
Die Pariser Straßenbahn (Tram) ist für einen Parisbesuch weniger interessant, da sie an den Außengrenzen verläuft, parallel zur sogenannten „Périphérique“, der Pariser Ringautobahn.
Die Tickets & Preise
Zunächst einmal muss ich euch auf das neue System aufmerksam machen. Ich kenne das bereits aus Barcelona und Madrid. Denn zunächst musst du eine Karte kaufen, auf die dann alle Fahrkarten aufgeladen werden. Diese darftst du nicht verlieren oder wegwerfen. Diese kannst du immer wieder aufladen. Jeder braucht seine eigene und der Preis nur für die Karte beträgt erst einmal 2 Euro (der Preis ist ohen Gewähr, weil der Mann das erste Ticket gekauft hat und ich nicht aufgepasst habe).
Man kann das ürbigens auch alles per App machen. Wir waren aber Old School unterwegs ;).
Einzelfahrten gelten für alle oben genannten Verkehrsmittel. Du bekommst sie für 2,50 € an den Automaten und Schaltern in Bahnhöfen und Metrostationen oder beim Busfahrer. Die Automaten kannst du auf Deutsch nutzen.
Es gibt auch Navigo Tageskarte (Alle Zonen) für 12 Euro. Das lohnt sich auf jeden Fall, wenn man viel unterwegs ist. Wer Paris zu Fuß erkunden will, der braucht diese Tageskarte aber eher nicht. Vom Flughafen gibt es einen Pauschalpreis von 13 Euro und natürlich gibt es auch Wochenkarten. Das Alles könnt ihr online, oder wie gesagt – auch direkt am Automaten kaufen.
Danach müsst ihr die Karte an den Einlass-Schranken auflegen und zack los geht die Fahrt.
Tipp: Wir wurden bei einer Fahrt (mit 1x Umsteigen) zwei Mal kontrolliert. Achtet also darauf, das Richtige Ticket zu haben (Erwachsene/Kinderticket). Aber ich weiß nicht, wie man es schafft ohne Ticket in das Metro-System rein zukommen… Ich glaube das Hauptproblem ist aus versehen ein Kinder-Ticket zu kaufen… Alles war natürlich gut mit unseren Tickets, aber man ist dann schon nervös (Hab ich auch das richtige Ticket gekauft, ist die Karte wirklich richtig aufgeladen). Die Kontrolöre bei uns waren freundlich, wenn auch sie eine Familie aufgehalten haben… Und ich habe gehört, dass sie sehr streng sein können.
Google Maps oder Citymapper haben sich bewährt, um das beste Verkehrsmittel für deine Route und auch gleich den gewünschten Fußweg zur passenden Station zu finden. Citymapper animiert dich außerdem dazu, zu Fuß zu gehen, indem es angibt, welche französische Leckerei du dir für den Kalorienverbrauch gönnen könnt („7 Kilometer – 1 Flasche Rotwein“ 😉).
Außerdem gibt es die App „Next Stop Paris“ von den Pariser Verkehrsbetrieben RATP, die auf Deutsch verfügbar ist und neben Fahrplänen auch Infos zu Sehenswürdigkeiten in deiner Nähe bereithält.
Tipp 1
Automaten, Tickets und Eingänge
Um zur Metro oder den RER-Zügen zu gelangen, hältst du deine Navigo-Karte bzw. dein Handy auf die Kontaktscheibe der Durchgängen zu Metro und RER. Dann gehst du durch das Drehkreuz und die dahinterliegende Klappe.
Verliere die Karte nicht! Denn diese kann immer wieder aufgeladen werden und ist im Vergleich zu früher umweltfreundlicher, weil weniger Papiermüll. Hab die karte immer am Mann, denn – wie bereits gesagt – in den Gängen wird kontrolliert! Und bei der RER brauchst du die Karte auch um wieder aus dem Bereich raus zu kommen – denn dann muss man sie noch einmal bei einer Schranke auflegen.
Kauf deine Tickets immer am Automaten, Schalter oder Online, niemals von Personen, die in den Stationen umherlaufen und dir „günstige Tickets“ anbieten. Diese funktionieren nicht oder sind Kindertickets.
Es kann vorkommen, dass du am Automaten von der Seite angesprochen wirst und Hilfe angeboten bekommst. In der Regel handelt es sich hier nicht um Taschendiebe, aber ein Trinkgeld wird erwartet. Das ist unnötig, da du alle Automaten auch auf Deutsch einstellen kannst.
Tipp 2
Die App-Tickets von Navigo
Über die App RATP (Google Play Store oder App Store) kannst Du Einzel- und 10-er Tickets sowie Zeitkarten und Tickets für die Busse zu den Flughäfen auf deinem Handy kaufe und nutzen. Für die Nutzung muss NFC aktiviert sein.
Alternativ kannst Du Dir zwei Varianten von Navigo-Pässen am Schalter holen: Der Navigo Easy Pass kostet 2 Euro. Auf diesen kannst du beliebig Einzel-, 10-er oder Tagestickets sowie Tickets für den Orlybus und Roissybus aufladen und für deine Fahrten nutzen. Die 10-er Tickets und die Busse zum Flughafen sind damit günstiger als am Automaten.
Für den Pass Navigo Découverte brauchst du ein Passbild. Die Karte selbst kostet 5 Euro. Du kannst sie dann entweder für eine Woche oder für einen Monat aufladen. Aber ACHTUNG: gültig ist der Pass nicht ab einem beliebigen Datum, sondern jeweils nur für die laufende Woche (Montag bis Sonntag) bzw. den laufenden Monat (1. bis 30./31.).
Tipp 3
Paris Pässe für Touristen
Mit einem Paris Visite Pass kannst du an einem, zwei, drei oder fünf aufeinanderfolgenden Tagen unbegrenzt alle oben genannten Verkehrsmittel sowie die Standseilbahn von Montmartre nutzen. Ein Ticket für die Zonen 1 bis 3 ist für das Stadtgebiet ausreichend. (1 bis 5 brauchst du nur, wenn du zu Zielen außerhalb wie z.B. nach Versailles, Disneyland oder zum Flughafen willst). Zusätzlich erhältst du Vergünstigungen auf Eintrittskarten in Museen und andere Sehenswürdigkeiten. Paris Visite Tickets bekommst du am Flughafen sowie an den Schaltern und Automaten in den Bahnhöfen und Metrostationen. Ein Tag für die Zonen 1-3 kostet für Erwachsene 12 €, fünf Tage kosten 38,35 €
Mit dem Paris PassLib’ kannst du die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, eine Hop-On Bus-Tour und eine Bootsfahrt auf der Seine machen und freien Eintritt in die städtischen Museen (der Eiffelturm kann optional dazu gebucht werden) genießen. Er kostet ab 45 € für Erwachsene und ist für 1, 2, 3 oder 5 Tage erhältlich.
Der Paris City Pass ist quasi ein erweiterter PassLib’. Es sind noch mehr Museen inklusive, außerdem kannst du an diversen Stadtführungen und einer Weinverkostung teilnehmen und einen virtuellen Rundflug über Paris machen. Er kostet ab 106 € für Erwachsene und ist für 2 bis 6 Tage erhältlich.
Wenn du noch einen draufsetzen willst, hol dir den Paris Pass. Hier sind wirklich alle nur denkbaren Sehenswürdigkeiten, der öffentliche Nahverkehr und darüber hinaus Rabatte für weitere touristische Angebote, Geschäfte und Restaurants enthalten. Er kostet ab 132 € für Erwachsene und ist für 2 bis 6 Tage erhältlich.
Tipp 4
Fahrrad oder E-Scooter
Paris ist mittlerweile eine richtige Fahrradstadt! Die Bürgermeisterin Anne Hidalgo gestaltet die Stadt seit ihrem Amtsantritt 2016 kontinuierlich umweltfreundlich. Dazu gehören die Sperrung ganzer Straßen für Privatautos sowie der Ausbau des Fahrradwegenetzes, das auch mit E-Rollern genutzt werden kann, bereits 1.000 km umfasst und weiter wächst.
Der größte Anbieter für Leihfahrräder in Paris ist Vélib. Die Stationen mit grünen (manuell) sowie blauen Fahrrädern (elektrisch) findet man alle paar hundert Meter. Tickets bekommst du an den Automaten, die an allen Stationen stehen. Achtung: Zahlen kannst du nur mit Kreditkarte.
Wähle an einer Station ein Fahrrad aus und prüfe, ob die Reifen aufgepumpt sind, die Bremsen sich anziehen lassen und der Sattel nicht umgedreht ist (was sich bei Nutzern als Geste eingebürgert hat, wenn das Fahrrad defekt ist). Dann gibst du in der Station die Nummer deines Fahrrads und deine Daten ein und legst deine Geheimzahl (für alle weiteren Fahrten) fest. Gehe zum gewählten Fahrrad und ziehe es aus der Halterung. Nach deiner Fahrt kannst du es an einer beliebigen Station wieder in die Halterung schieben. Sobald auf dem Display „Stop“ erscheint, gilt es als zurückgegeben und du kannst ein anderes Fahrrad ausleihen.
Die Grundgebühr für einen Tag und ein Fahrrad beträgt 5 €, für sieben Tage und ein Fahrrad 15 €. Damit hast du 30 Minuten Nutzung eines manuellen Rads inklusive, jede weiteren 30 Minuten kosten 1 € zusätzlich. Die elektrischen Fahrräder kosten 1 € für die ersten 30 Minuten und 2 € für alle weiteren 30 Minuten. Es ist übrigens ein legaler „Trick“, vor Ablauf dieser Zeit dein Fahrrad zurückzugeben und ein paar Minuten später ein neues auszuleihen…
Mit der Velib-App (Google Play Store oder App Store) kannst du prüfen, wie viele Fahrräder bzw. freie Dockingplätze in deiner Nähe verfügbar sind. Sehr praktisch ist das in der Rush-Hour, wenn vor allem an den Metro-Haltestellen viele Stationen nahezu leer sind. Ein Fahrradhelm ist zwar keine Pflicht aber im Pariser Verkehr dringend zu empfehlen!
Der größte Anbieter für E-Roller ist Lime. Die Firma hat 2020 auch die Jump-Flotte von Uber übernommen. Daneben gibt es noch Tier und Dott. Die Fahrzeuge stehen nicht in Dockingstationen, sondern du kannst sie – bis auf wenige Ausnahmen – überall abstellen und auch wieder entsperren. Dazu benötigt man die App des jeweiligen Anbieters. Spaß machen die Roller aber eigentlich nur auf Asphalt, das Fahren über (das in Paris reichlich vorhandene) Kopfsteinpflaster fühlt sich an, als ob jemand im Gehirn einen Hochleistungsmixer angestellt hätte…
P.S. Alle Preise und Auskünfte sind Stand September 2020. Für eine dauerhafte Gültigkeit kann keine Gewähr übernommen werden.
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Mit Unterstützung von Anne Okolowitz
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